Posted January 1st, 2012 at 2:12 pm
Ob es um die Herstellung von Musiknoten, Verpackungen und Zeitungen oder von Websites, E-Books und Computerspielen geht: Für jeden Auftrag tragen Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik die benötigten Daten zusammen, planen die Arbeitsschritte und gestalten einzelne Elemente für die jeweiligen Medienprodukte. Sie erstellen und übernehmen z.B. Text-, Grafik-, Audio- und Videodaten und konvertieren sie für die Mehrfachnutzung (Cross Media Publishing). So können sie die gleichen Medienelemente in unterschiedlicher Aufbereitungsform für Printmedien und für multimediale Produkte wie CD-ROMs oder Internetseiten verwenden. Bevor ein Katalog in den Druck oder eine Internetseite online geht, stimmen sie ihre Arbeitsergebnisse mit den Kundenvorgaben ab.
In der Fachrichtung Gestaltung und Technik planen Mediengestalter/innen Digital und Print Produktionsabläufe und gestalten Medienprodukte. Sie bereiten Daten auf, kombinieren Medienelemente, stellen diese bereit und geben sie auf unterschiedlichen Medien aus.
Zunächst planen Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik die Arbeitsabläufe. Je nachdem, ob es sich um ein gedrucktes oder ein digitales Medium handelt, wählen sie einen geeigneten Verfahrensweg für die Produktion aus. Sie ermitteln, wie viel Zeit für die einzelnen Produktionsschritte erforderlich ist, und prüfen die technischen Abläufe. Damit die Medienproduktion im Team funktioniert, stellen sie die Arbeitsunterlagen und benötigten Daten auftragsgemäß zusammen und stimmen sich mit den anderen Projektmitarbeitern ab. Danach bereiten sie die Umsetzung vor: Sie übernehmen die zu verwendenden Daten aus unterschiedlichen Quellen – z.B. von gelieferten Speichermedien oder aus Datenbanken – und prüfen, ob sie für den jeweiligen Einsatzzweck verwendbar sind. Damit den Kunden keine Regressforderungen erreichen, etwa aus Verletzungen des Urheberrechts, beachten sie die medienrechtlichen Vorschriften.
Ist ein Katalog oder eine Unternehmensbroschüre zu realisieren oder soll eine Webpräsenz bzw. eine Multimediapräsentation erstellt werden? Bevor ein Produkt gedruckt wird, ins Internet gestellt oder als Datenträger publiziert wird, bereiten Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik die Vorgaben des Auftraggebers wie auch ihre eigenen Gestaltungsideen auf und präsentieren sie ihm. Nach diesem Abstimmungsprozess geht es an die Gestaltung: Sie wählen Schriften und Farben aus und berücksichtigen dabei zielgruppen- oder medienspezifische Vorgaben. Außerdem bearbeiten sie Bildinhalte und passen z.B. Kontrast und Helligkeit an oder führen Retuschen aus. Zahlenwerte werden beispielsweise in Form von Diagrammen dargestellt. Wenn sie dynamische Websites gestalten, greifen sie auf ihre Kenntnisse in Scriptsprachen zurück. Um Druckformen anzufertigen, stellen sie verwendbare Daten zusammen und schießen Seiten aus (d.h. sie ordnen sie auf der Druckform an).
Oft müssen analoge (Print-)Medien auch für den digitalen Einsatz aufbereitet werden, z.B. der gedruckte Katalog als interaktive CD-ROM oder als Datenbankanwendung im Internet. Diese sogenannte Analog-Digital-Wandlung gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet der Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik. Dazu bearbeiten sie die medienspezifischen Daten, korrigieren und optimieren sie. Ein Foto in einer für den Druck optimierten Auflösung beispielsweise würde bei der Verwendung im Internet zu viel Zeit beanspruchen, bevor es angezeigt würde. Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik verringern daher die Auflösung der Bilddatei internetgerecht und verkleinern ggf. das Format. Die so erfassten Daten führen sie dann zu einem Medienprodukt zusammen, sichern und archivieren sie z.B. in einer Datenbank.
Ist die Gestaltung abgeschlossen, stellen sie die Produkte je nach Verwendungszweck oder Ausgabe zusammen und prüfen, ob die Kundenvorgaben und die Qualitätsvorgaben eingehalten wurden. Beispielsweise wird der Andruck im Normallicht auf Farbabweichungen untersucht und der Testdruck Korrektur gelesen. Bei Abweichungen korrigieren die Mediengestalter die Daten nochmals. Danach übergeben sie die Produkte an nachgelagerte Abteilungen, z.B. an die Druckerei oder das CD-Presswerk, oder geben sie selbst aus. Schließlich dokumentieren Mediengestalter/innen der Fachrichtung Gestaltung und Technik die Ausgabe- oder Übergabeprozesse.
Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik arbeiten hauptsächlich in Unternehmen der Druck- und Medienwirtschaft, in Verlagen und in Werbeagenturen bzw. Werbeabteilungen größerer Unternehmen. Darüber hinaus können sie z.B. bei Herstellern von Online-Medien tätig sein.
Befristete Überlassung von Arbeitskräften, z.B. bei Zeitarbeitsfirmen im gewerblich-technischen Bereich.
Sie arbeiten vorwiegend in Büroräumen und grafischen Ateliers, wo sie am Bildschirm Elemente der verschiedenen Medienprodukte gestalten. Für Teamsitzungen und Präsentationen nutzen sie Besprechungsräume. Gelegentlich suchen sie auch Kunden vor Ort auf, z.B., um ihnen die Arbeitsergebnisse zu präsentieren.
Als Fachleute für Datenhandling bereiten sie Daten für Print- oder Digitalmedien auf und erstellen anwendungsorientierte Gestaltungskonzepte. Für die Arbeit unentbehrlich ist der Computer: Am Bildschirm werden mithilfe von spezieller Software Elemente für Medienprodukte gestaltet, z.B. Text-, Bild-, Grafik-, Video- und Tondaten. Beim Screendesign bearbeiten Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik Layouts speziell für die Darstellung von Inhalten am Bildschirm. Für die datenbankorientierte Produktion von Medien passen sie Content-Management-Systeme an oder nutzen Programmiersprachen, z.B. für das Editieren von Inhalten.
Zum Scribbeln von Entwürfen verwenden sie Papier und Stifte, daneben erstellen sie Dummies (Prototypen) und verwenden hierbei Scheren, Cutter, Lineal und Klebstoff. Für fertig konzipierte Printprodukte erstellen sie zunächst Proofs (farbige Probeausdrucke). Analoge Bilddateien scannen sie ein und konvertieren sie anschließend mediengerecht. Außerdem nutzen sie Drucker, Scanner und Plotter, digitale Datenträger wie USB-Speichersticks, CDs oder DVDs zur Datenspeicherung bzw. zur Medienausgabe sowie Datenbanken. Auch Druckmaschinen setzen sie ein. Für die Kommunikation mit Kunden und im Projektteam stehen E-Mail, Telefon und Faxgerät zur Verfügung. Zudem berücksichtigen sie die Bestimmungen des Urheber-, Verwertungs- und Vertragsrechts.
Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik sind meist in Büroräumen tätig.
Bei regelmäßigen Teambesprechungen stimmen sie sich mit Kollegen und Kolleginnen sowie Vorgesetzten ab, damit ein Projekt optimal abgewickelt werden kann. Meist arbeiten sie jedoch eigenständig und verbringen viel Zeit am Computer. Auch wenn die Arbeitsplätze ergonomisch gestaltet sind, kann dauerhafte Bildschirmarbeit anstrengend für die Augen sein oder zu Verspannungen führen. Deshalb halten sie die vorgeschriebenen Bildschirmpausen ein.
Eine strukturierte Vorgehensweise ist wichtig, da Mediengestalter/innen die Arbeitsschritte planen und festlegen, die mit der Medienproduktion verbunden sind. Sie benötigen technisches Know-how, z.B. wenn sie Ausgabemedien nutzen oder Programmiersprachen einsetzen. Auch Englischkenntnisse sind von Vorteil, um z.B. Fachinformationen oder Informationsquellen in Englischer Sprache zu verwenden. Aber auch Kreativität ist wichtig: Zwar richten sie sich bei der Umsetzung von Aufträgen in erster Linie nach Kundenvorgaben, bringen aber auch eigene Gestaltungsvorschläge ein. Nicht zuletzt sind ihre Sorgfalt und Genauigkeit gefordert: So muss z.B. vor der Nutzung von Daten aufmerksam geprüft werden, welche medienrechtlichen Vorschriften es zu berücksichtigen gilt.
Sie haben Kontakt zu Art-Direktoren und -Direktorinnen oder Grafikdesignern und -designerinnen. Ggf. sprechen sie auch mit Kunden z.B. die Datenübertragung ab.
Gerade vor Präsentationen oder der Fertigstellung eines Auftrags sind Arbeitsspitzen möglich.
Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.
Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.
Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.
Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 2.341 bis € 2.928 im Monat betragen.
In der Regel wird für den Zugang zur Tätigkeit eine abgeschlossene Berufsausbildung als Mediengestalter/in Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik gefordert. Auch ein Abschluss in der Fachrichtung Konzept und Visualisierung oder im Vorläuferberuf Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien der Fachrichtungen Mediendesign, Medienoperating, Medientechnik kann den Zugang zur Tätigkeit ermöglichen.
Mediengestalter/innen Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik spezialisieren sich auf die Produktionsplanung, die Gestaltung oder die technische Aufbereitung von Daten. Auch im Qualitätsmanagement finden sie Spezialisierungsmöglichkeiten.
Als Mediengestalter/in Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik arbeitet man vorwiegend in folgendem betrieblichen Funktions- und Aufgabenbereich:
Darüber hinaus kann sich die Tätigkeit auch auf folgenden Bereich erstrecken:
In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:
welche Grundlagen der Mediengestaltung zu beachten sind, z.B. Proportion, Farbe, Kontrast und Typografie, wie man nach Vorgaben Layouts erstellt und Medienprodukte medien- und zielgruppengerecht gestalten kann,wie man die verschiedenen Systemkomponenten und Softwareapplikationen einsetzt, Daten organisiert und bereitstellt sowie für die Datenübertragung optimiert und was hinsichtlich der Datensicherheit zu beachten ist Daten für die medienübergreifende Nutzung zu erstellen und für unterschiedliche Verwendungszwecke zu kombinieren, analoge Daten zu digitalisieren und die Arbeitsergebnisse zu optimieren was man über Terminplanung, Teamarbeit und Kontakte zu Kunden aus anderen Kulturkreisen wissen muss.
In den zweiten 18 Monaten wird den Auszubildenden im fachrichtungsübergreifenden Teil der betrieblichen Ausbildung z.B. vermittelt: wie man Schriften auswählt, Farbe als Gestaltungsmittel einsetzt, Grafiken und Bilder auswählt und bei der Gestaltung die medienrechtlichen Vorschriften beachtet
Daten zu transferieren und zu konvertieren, Metadaten zu erstellen und Datenbanken für die Verwaltung der Mediendaten zu nutzen wie Daten für unterschiedliche Ausgabemedien und Systemplattformen erzeugt werden wie man bei der Arbeitsorganisation Aspekte der Wirtschaftlichkeit und des Umweltschutzes berücksichtigt
Im fachrichtungsspezifischen Teil der betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden in den zweiten 18 Monaten u.a.: wie man die einzelnen Produktionsschritte plant, die Daten aus unterschiedlichen Quellen übernimmt und bereitstellt und die Arbeitsergebnisse dokumentiert Kundenvorgaben und eigene Gestaltungsideen aufzubereiten, Bilder und Grafiken zu bearbeiten, typografische Regeln anzuwenden, die Softwaretools einzusetzen und die Ergebnisse zu optimieren was bei der Analog-Digital-Wandlung zu beachten ist, wie man den Produktionsworkflow steuert, Daten zusammenführt und in Netzwerken verwaltet wie man die Produkte zusammenstellt, die Ausgabeprozesse steuert, die Ergebnisse prüft und korrigiert und schließlich übergibt
Darüber hinaus lernt man die Fertigkeiten und Kenntnisse, die in den fünf ausgewählten Wahlqualifikationseinheiten vermittelt werden.
Mediengestalter Digital und Print/Mediengestalterin Digital und Print – Fachrichtung Gestaltung und Technik
(Ausbildungsberuf seit 2007)